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MEDIATION
Einvernehmliche Konfliktlösungen durch ausgebildete Mediatoren/Mediatorinnen

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Was ist Mediation

kurz und knapp

Eine kurze und prägnante Antwort: MediatorInnen helfen Konfliktparteien Lösungen zu finden, die beide Seiten zufriedenstellen. In diesem Satz verstecken sich bereits wesentliche Grundgedanken der Mediation:

-»Lösungen finden« ist etwas anderes als Recht sprechen oder ein Urteil fällen. »Finden helfen« heißt, dass der Mediatior oder die Mediatorin keine Lösungen aus dem Hut zaubert.

Die MediantInnen (also die Konfliktparteien) sind aufgefordert, eigene Lösungen zu finden, allerdings mit Hilfe des Mediators. Das Wort »Konfliktparteien« setzt voraus, dass es überhaupt einen benennbaren Konflikt gibt. Ohne Zankapfel keine Mediation! »Beide Seiten zufriedenstellen« heißt, dass es keine Verlierer geben sollte. Beide Streitparteien müssen das Ergebnis der Mediation als faire und sachgerechte Lösung ansehen.

Konflikte als Chance

Wir erleben Konflikte als Krisen. Sie stören nicht nur unser allgemeines Harmoniebestreben, sondern werden oft als persönliche Angriffe empfunden. Sie verletzen, soweit wir angegriffen werden, unser Ego. Sie sind eine Bedrohung unseres Selbstwertgefühls. Sie stellen uns in Frage. Jede Kritik reizt zur gereizten Antwort. Je nach Veranlagung oder Konditionierung reagieren wir in einem Konflikt, an dem wir beteiligt sind, mit eisigem, verletztem Schweigen, mit lautem Aufbrausen oder mit Verdrängung. Wie viele Konflikte haben wir schon unbearbeitet unter den Teppich gekehrt? Dort beginnen sie zu modern und machen sich vielleicht schließlich in einer Weise wieder bemerkbar, wie es keiner vermutet hätte.

-Konflikte sind Indikatoren dafür, dass etwas in einer Beziehung oder in einem Beziehungsgeflecht nicht »rund läuft«. Deshalb sollten wir sie nicht als Katastrophen, sondern als Wachstumsknoten ansehen. Zunächst hat es den Anschein, als ob der Konflikt blockiert und sich die Dinge dadurch verschlimmern. Wenn es aber gelingt, ihn in guter Weise zu lösen, gehen wir und die anderen Beteiligten gestärkt aus dem Konflikt hervor. Die Fähigkeit eines Menschen, Konflikte zu lösen, ist ein Indikator für seine Zufriedenheit und seinen Erfolg im Leben.

Das chinesische Wort für »Streit« setzt sich aus zwei Zeichen zusammen. Das eine bedeutet, für sich genommen, »Gefahr«, das andere »Chance«. Konflikte sind natürlicher Ausdruck unseres Menschseins. Sie entstehen immer bei unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen. Sie sind also kein »Betriebsunfall« und auch kein Zeichen dafür, dass etwas bei uns nicht stimmt. Wenn wir uns in unserer Vielfalt an »Wollen, Fühlen und Verstand« ernst nehmen und annehmen wollen, dann müssen wir auch die dazugehörigen Spannungen und Konflikte akzeptieren. Wenn wir sie als mögliche Chancen sehen können, haben wir bereits den wichtigsten Schritt zu einer guten Lösung getan.

Wege, um zu einem guten Ende zu gelangen

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Erste und wichtigste Voraussetzung einer Mediation ist die Freiwilligkeit der Konfliktparteien. Eine eigen-
verantwortliche, einvernehmliche Lösung kann unter Druck kaum zustande kommen. Vielleicht erinnern wir uns an die Sandkastenstreitereien mit Geschwistern und Spielgefährten und das mit donnernder Stimme auf uns niedersausende, »streitschlichtende« Wort des Vaters oder Lehrers: »VERTRAGT EUCH! GEBT EUCH DIE
HAND!«.

-Friede, der aus Druck geboren ist, hält längstens so lange wie der Druck, der ausgeübt wird. Nur wenn zum Wunsch nach Frieden die Einsicht kommt, dass ich meinen Teil dazu beitragen muss, stimmen die Vorzeichen. In anderen Worten: Wenn eine Partei nur gezwungenermaßen an einer Mediation teilnimmt, ist der Erfolg in höchster Gefahr.

Allerdings: Ohne inneren oder äußeren (Leidens-)Druck würde kaum jemand an einer Mediation teilnehmen. Entscheidend ist und bleibt die Bereitschaft der Medianten zur Mitarbeit.

Die zweite Voraussetzung ist die Neutralität des Mediators. Nur, wenn der Mediator oder die Mediatorin das uneingeschränkte Vertrauen der Streitparteien besitzen, lassen sie sich auf eine offene, konstruktive Konfliktbearbeitung ein.

Die Bereitschaft, Verantwortung für den eigenen Konflikt zu übernehmen, ist eine weitere Voraussetzung für eine Mediation. Die gerichtliche Auseinandersetzung ist manchmal der scheinbar einfachere Weg: Soll doch ein anderer sich den Kopf darüber zerbrechen, wer schuldig ist und wer Recht hat. Aber nur wer bereit ist, sich selber den Kopf zu zerbrechen, also bereit ist hinzuhören, verstehen zu wollen, gemeinsam nach fairen, beziehungserhaltenden Lösungen zu suchen, erntet am Schluss die guten Früchte einer erfolgreichen Mediation.

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